<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"><channel><title><![CDATA[dauzone.com]]></title><description><![CDATA[Der Blog von Autor Dirk Carolus]]></description><link>https://dauzone.com/</link><image><url>https://dauzone.com/favicon.png</url><title>dauzone.com</title><link>https://dauzone.com/</link></image><generator>Ghost 2.30</generator><lastBuildDate>Thu, 16 Apr 2026 05:08:57 GMT</lastBuildDate><atom:link href="https://dauzone.com/rss/" rel="self" type="application/rss+xml"/><ttl>60</ttl><item><title><![CDATA[Willkommen am Berg]]></title><description><![CDATA[Ein halbes Jahrhundert später stehe ich in meinem ersten Skigebiet. Kein überkandideltes St. Moritz, kein mondänes Kitzbühel – ein 1400-Meter-Buckel am Arsch der Heide, irgendwo zwischen Bayerischem Wald und Tschechien ...]]></description><link>https://dauzone.com/willkommen-am-berg/</link><guid isPermaLink="false">67a3857668c44b2129465cd7</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Wed, 05 Feb 2025 15:42:19 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2025/02/Bodenmais.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2025/02/Bodenmais.jpg" alt="Willkommen am Berg"><p>Schon die Begrüßung klingt für mich wie ein missglückter Werbeslogan. Aber ich vibriere – vor Vorfreude, versteht sich.</p><h3 id="r-ckblende-">Rückblende:</h3><p>Damals. Also wirklich damals. Im Land von Geest und Moor, irgendwo zwischen Nordsee, Ostsee und ausgeprägter Langeweile.</p><p>Unsere Winterausrüstung? Ein paar ausgelatschte Buffer von Adidas, Schienbeinschützer und ein Parka in der Einheitsfarbe "Hornhautumbra" oder "NATO-Grün". Durch die Ärmel gezogen: diese Handschuhe mit ohne Finger. Schnee gab’s reichlich. Skifahren? Fehlanzeige. Wir hatten Trecker, Tümpel und Gleiteisen – rostige Stahldinger, die man sich unter die Hausschuhe klemmen musste.</p><p>Einbrechen ins Eis war nicht nur Mutprobe, sondern Bildungsmaßnahme: eine Woche schulfrei.</p><h3 id="heute-">Heute:</h3><p>Ein halbes Jahrhundert später stehe ich in meinem ersten Skigebiet. Kein überkandideltes St. Moritz, kein mondänes Kitzbühel – ein 1400-Meter-Buckel am Arsch der Heide, irgendwo zwischen Bayerischem Wald und Tschechien. Letzter Schneefall: vor einem Monat.</p><p>Für mich als Fußballer übersetzt: <em>Der Rasen ist völlig trocken – nimm die Multinoppe.</em></p><p><strong>08:00 Uhr.</strong> Klappernde Skier, polternde Skistiefel – und die tägliche Ehekrise, weil das Double-Partnerlook-Outfit nicht zusammenpasst. Genervte Kinder, gestresste Eltern. Das Auto zu klein, der Stau zu lang, die Lust längst im Keller.</p><p><strong>09:30 Uhr</strong>. Endlich oben. Die Familie schleppt sich durch das Packeis des Parkplatzes, Ski und Stöcke wie Kampfgeschosse in alle Richtungen gestreckt. Schrammen an Motorhauben? Kollateralschaden. Wer hier überlebt, kommt auch durch die weiße Wildnis.</p><p>Ankunft im „Schnee“. Vier Wochen alt, grau wie Opas Unterhemd. Mutti zum Skilehrer. Die Kids in die Skischule. Der Kerl hoch zur schwarzen Piste.</p><p>90 Minuten später trifft er wieder auf die Realität.</p><p>„Wie lange dauert so eine Abfahrt von da oben?“ frage ich.</p><p>Verklärter Blick. So in etwa, als hätte er gerade 30 Minuten High-Speed mit meinem Motorrad auf der Nürburgring-Nordschleife überlebt.</p><p>„Nur ein paar Minuten – aber geil!“</p><p>Ich nicke. „Und? Wie oft bist du gefahren?“</p><p>Er ballt die Faust, unterlegt mit einem imaginären Bämm und Tschakalaka:</p><p>„Einmal!“</p><p><strong>12:30 Uhr.</strong> Die Blagen kehren zurück. Alles, was eben noch in minutiös verteilte Funktionskleidung verpackt war, liegt jetzt in einer Mischung aus Schneematsch, Obatzter-Resten und vergilbten Zigarettenkippen. Handy raus, zocken. Oder Bilder von der Piste mit Emojis verwüsten. Essen? Kann warten. Erstmal Snapchat.</p><p><strong>13:30 Uhr.</strong> Mutti stößt dazu. Völlig genervt vom Skilehrer. Den Mann, der sich derweil um die Blagen gekümmert hat? Sie nimmt ihn nicht mal wahr. Wahrscheinlich steht er einfach nur im Weg ihrer Emotionen des Bergs.</p><!--kg-card-begin: hr--><hr><!--kg-card-end: hr--><p><strong>14:00 Uhr.</strong> Ich geh dann mal. Runter mit dem Bus. Buffer an, Ball ins Tor.</p><p>Ohne Skipass, ohne Stau, ohne Wahnsinn. Einfach nur, weil ich’s kann.</p><p>Und weil Fußball mich noch nie gefragt hat, welche Jacke ich trage!</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Ein Liebesbrief]]></title><description><![CDATA[2025 feiere ich ein außergewöhnliches Jubiläum, denn meine treue Begleiterin, meine Suzuki TL 1000 S, wird offiziell zum Oldtimer]]></description><link>https://dauzone.com/ein-liebesbrief/</link><guid isPermaLink="false">679364c868c44b2129465c8d</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Fri, 24 Jan 2025 09:20:00 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2025/01/TL_1000_S.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2025/01/TL_1000_S.jpg" alt="Ein Liebesbrief"><p>25 Jahre – das sind 9125 Tage, eine halbe Ewigkeit oder, ganz romantisch formuliert: ein Vierteljahrhundert voller Adrenalin, Leidenschaft und Schräglage.</p><p>2025 feiere ich ein außergewöhnliches Jubiläum, denn meine treue Begleiterin, meine Suzuki TL 1000 S, wird offiziell zum <strong>Oldtimer</strong>. Und während ich das hier schreibe, wird mir klar: Keine Freundschaft, keine Ehe und kein Hundeleben hat es je geschafft, so lange an meiner Seite zu bleiben wie dieses Biest auf zwei Rädern.</p><p>Dabei begann unsere Geschichte ganz unspektakulär, ja fast zufällig.</p><h3 id="der-beginn-einer-leidenschaft">Der Beginn einer Leidenschaft</h3><p>Seit ich denken kann, zieht es mich auf Zweiräder. Erst nur ein Mofa, später ein Leichtkraftrad, bis schließlich Kawasaki mit immer brutaleren Maschinen mein jugendliches Herz eroberte. Schnell, laut und wild – das war meine Welt. Dass ich all die Knieschleifer-Orgien und Haarnadelkurven überhaupt überlebt habe, verdanke ich wohl einer unermüdlichen Schar Schutzengel, die ich vermutlich längst in den Ruhestand geschickt habe.</p><p>Doch dann kam der Bruch: Ein schwerer Sturz nahm mir weit mehr als nur den Mut. Fast ein Jahrzehnt lang blieb Motorrad für mich tabu. Aber die Sehnsucht, sie blieb. Jedes Frühjahr, wenn der Geruch von Asphalt und Benzin in der Luft lag und ein brüllendes Höllengerät an mir vorbeizog, juckte es mehr. Ich musste zurück in den Sattel.</p><h3 id="die-r-ckkehr-auf-die-stra-e">Die Rückkehr auf die Straße</h3><p>Eines Tages fasste ich mir ein Herz. Mein alter Helm war bei meinem letzten Sturz verstorben, also borgte ich mir einen von einem Freund, schlüpfte in Jeans, Turnschuhe und meinen guten alten Bundeswehr-Parka. Es ging zu Honda – etwas Entspanntes sollte es sein. Zudem war es einer der einzigen Hamburger Händler damals, der Motorräder auch auf Zeit vermietete. Dort stand sie: eine Hornet 900, ein schnörkelloser Vierzylinder. Nicht hübsch, alles andere als spektakulär, einfach nur ein Motorrad, wie es Kinder malen. Zwei Räder, ein Tank, eine Sitzbank – fertig.</p><p>Trotzdem: Der Moment, als ich den Schlüssel in der Hand hielt, ließ mein Herz hüpfen. Nach der ersten Kurve dann die Ernüchterung – ich war eingerostet. Kaum hatte ich das Ding aus dem Hof manövriert, landete ich mit Karre unsanft auf der Seite. Angst aß Seele auf! Doch Kilometer für Kilometer kam das Gefühl zurück. Der Spaß, das Adrenalin – ich war wieder da! Drei Tage und über 1000 Kilometer später gab ich die Hornet zurück, erschöpft, aber selig grinsend.</p><h3 id="liebe-auf-den-ersten-blick-the-beast-">Liebe auf den ersten Blick – The Beast!</h3><p>Auf dem Rückweg zur U-Bahn sah ich sie dann. Sie stand im Fenster allein in einer Ecke. Abgeschottet von all den anderen, die in Reihe um Aufmerksamkeit buhlten und blinkten. Geduckt und seltsam schmal, wie ein Raubtier auf der Lauer. Ihre kantigen Linien und das futuristische Design wirkten wie eine Kampfansage an alles, was sich bis dahin Motorrad nannte. Zwei Zylinder? Was sollte das sein? Auf den ersten Blick schien sie fast widersprüchlich – ein Rennpferd mit der Statur eines unterernährten Gauls. Doch genau das ließ mich nicht los.</p><p>Noch während ich überlegte, trat ein älterer Mechaniker aus der Werkstatt neben mich. Sein Blick war abschätzend, ein wenig spöttisch. Sicherlich wegen meiner Klamotte, die eher nach Freizeit am Teich aussah. Aber er klimperte mit einem Schlüssel in der Hand zu diesem … Ding. <em>„Willst sie mal testen? Ne TL 1000 S – ganz heißer Scheiß!“</em> fragte er, und sein Tonfall ließ keinen Zweifel: Er rechnete nicht damit, dass ich dieser Maschine gewachsen war. Und genau das juckte mich.</p><h3 id="einzig-nicht-artig-und-alles-au-er-gew-hnlich-">Einzig- nicht artig und alles außer gewöhnlich!</h3><p>Ich nickte und griff zu. Kaum startete der Motor, spürte ich, dass dies kein gewöhnliches Motorrad war. Es war eine Übermacht, eine Waffe aus Stahl und Feuer. <em>„Denk dran“</em>, brüllte der Mechaniker noch, <em>„das ist ein Zweizylinder – die reißt völlig anders als vier Pötte!“</em> Und er hatte recht.</p><p>Der erste, vorsichtige Zug am Gashebel fühlte sich an, als hätte sie beschlossen, mich abzuwerfen. Der Zweizylinder pfiff nicht heiser wie ein ordinärer Vierzylinder – er keuchte, röhrte, brüllte und tobte. Jeder Dreh am Gasgriff war ein Befehl, den sie allerdings nur zögerlich akzeptierte. Als wollte sie testen, ob ich ihrer würdig war.</p><p>In den ersten Minuten war ich nur Beifahrer, ein im wahrsten Sinne blinder Passagier auf einem wildgewordenen Rennpferd. Doch mit jeder Kurve, mit jeder Beschleunigung begann ich, mich anzupassen. Es war, als würde ich lernen, mit einem Raubtier zu tanzen, das jederzeit zuschlagen konnte.</p><h3 id="die-entscheidung-ein-bund-f-rs-leben">Die Entscheidung: Ein Bund fürs Leben</h3><p>Keine Stunde später hatte ich den Vertrag unterschrieben. Diese Maschine war kein schnödes Fortbewegungsmittel – sie war eine Naturgewalt, ein Zweizylinder, der mit seiner rohen Kraft und seinem Temperament jede Fahrt zu einem Abenteuer machte.</p><p>Die TL 1000 S war keine sanfte Verführerin, keine Maschine, die einem den Weg leicht machte. Sie verlangte alles, aber sie gab auch alles zurück. Jede Tour mit ihr war ein Test, jede Kurve ein Moment, in dem man Respekt zeigen musste. Doch genau das ist es noch heute, was meine Karre so einzigartig macht.</p><h3 id="25-jahre-sp-ter">25 Jahre später</h3><p>Alles an meiner TL wurde in den nächsten Jahren verändert. Mehr Grip, weniger Gewicht, mehr Leistung, mehr Sicherheit. </p><p>Jetzt, ein Vierteljahrhundert später, blicke ich zurück auf unzählige Kilometer, auf die kurvigen Landstraßen Europas, abgesperrte Rennstrecken und Flugplätze. Auf all die Tage, an denen ich einfach nur losfahren wollte, ohne Ziel, ohne Uhr. Und auf Momente, die mir immer und immer wieder das Leben gezeigt haben, wie es ist: pur, schnell, kompromisslos und unvergesslich.</p><p><strong>Danke für all die Jahre. Auf die nächsten 25!</strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der letzte Punkt]]></title><description><![CDATA[Der letzte Punkt – ein Ende oder doch ein Anfang?
Er markiert den Abschluss einer Geschichte, doch für mich war er nie wirklich das Ende. Was bedeutet es, diesen Punkt zu setzen? Und was bleibt danach? ]]></description><link>https://dauzone.com/der-letzte-punkt/</link><guid isPermaLink="false">678be94168c44b2129465c64</guid><category><![CDATA[Das Buch]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sat, 18 Jan 2025 17:40:00 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2025/01/WhatsApp-Bild-2024-04-18-um-17.30.23_6f36b9ee.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2025/01/WhatsApp-Bild-2024-04-18-um-17.30.23_6f36b9ee.jpg" alt="Der letzte Punkt"><p>Der letzte Punkt – ein Ende oder doch ein Anfang?</p><p>Er markiert den Abschluss einer Geschichte, doch für mich war er nie wirklich das Ende. Was bedeutet es, diesen Punkt zu setzen? Und was bleibt danach? Eine Reflexion über Abschlüsse, Neuanfänge und die Reise, die das Schreiben zu einer Lebensaufgabe macht.</p><!--kg-card-begin: hr--><hr><!--kg-card-end: hr--><p>Fin. Ende. Finalized.</p><p>Wer es noch nicht erlebt hat, dem sei es gewünscht: dieser Moment, in dem die letzten Sätze eines Werks ihren Platz finden. Der Punkt, der das Ende markiert. „Niemand wird böse geboren“, mein erster Hamburg-Roman, in dem ich all meine Gedanken über Schuld und Unschuld, Hoffnung und Verzweiflung hineingelegt hatte. Dieses Buch war mehr als nur eine Geschichte – es war ein Stück von mir selbst, ein Versuch, etwas Bleibendes zu schaffen. Nun war es abgeschlossen, und man selbst bleibt zurück – voller, irgendwie jedoch leerer, anders.</p><p>Mein erstes Mal – daran erinnere ich mich glasklar. Es war quasi die zweite Entjungferung, nur 45 Jahre später. Die Bühne: ein irisches Pub in Leipzig, Champions-League-Spiel. Ich saß mitten in einem Meer aus englischen Fans. Eine Raucher-Lounge, offiziell für 18 Personen zugelassen, in der mindestens das Dreifache brüllte, rauchte, trank. Chaos pur. Mein Tisch, ein winziges Zweier-Modell, war gerade groß genug für Laptop, Aschenbecher und ein Whiskyglas. Während die anderen ekstatisch bei jeder Aktion auf dem Spielfeld jubelten, war ich gefangen im Sog meines letzten Kapitels.</p><p>Dann kam er, dieser letzte Punkt. Der Abschluss. Ich zögerte einen Moment, mein Finger schwebte über der Taste. War es das? War die Geschichte wirklich zu Ende? Es fühlte sich so an, als würde ich einen alten Freund verabschieden, einen Teil von mir loslassen. Aber ich wusste, dass der Moment gekommen war. Und dann setzte ich ihn. Alles in mir entlud sich in einem einzigen tiefen Atemzug, der den ganzen Raum um mich herum ausblendete. Die tobende Menge war plötzlich nur noch ein fernes Rauschen, während in mir eine Stille herrschte, die sich wie ein kleines, sauerstoffloses Universum anfühlte. Und dann – wie auf Kommando – fiel das Tor. Manchester City traf, und der Pub explodierte. Ich auch. Nicht wegen des Tores, sondern wegen meines Romans.</p><p>Ich sprang auf, wie aus einem Katapult geschleudert. Das Adrenalin schoss durch meinen Körper, und bevor ich wusste, was ich tat, brüllte ich los. Es war kein kontrollierter Schrei, sondern ein Urlaut, geboren aus einer Mischung aus Erleichterung, Stolz und purer Euphorie. Die Menschen um mich herum waren außer sich. Es spielte keine Rolle, dass ich kein Fan von Manchester City war und mir Fußball in diesem Moment völlig egal war. Ich war Teil ihrer Ekstase, und sie Teil meiner.</p><p>Ich griff nach dem Nächstbesten – einem bärtigen Kerl mit verschwitztem Trikot – und riss ihn in eine Umarmung. Ehe ich mich versah, war ich in einem Strudel aus Menschen: Männer und Frauen, alle wildfremd, doch für diesen einen Moment fühlten wir uns verbunden, als hätten wir denselben Triumph erlebt. Wir tanzten, lachten, schrien, schwankten mit den Armen in der Luft. Der Schweiß der Menge mischte sich mit meinem eigenen, und ich spürte die Vibration ihrer Stimmen bis tief in meinen Brustkorb. Es war chaotisch, es war surreal – es war perfekt.</p><p>Unsere Motive hätten unterschiedlicher nicht sein können, aber in diesem Moment zählte das nicht. Die Tränen fühlten sich gleich an, und die Freude war dieselbe.</p><p><strong>Warum ich das schreibe?</strong></p><p>Weil ich heute den nun schon dritten Hamburg-Roman „Niemand sieht deine Dunkelheit“ mit dem letzten Punkt abgeschlossen habe.</p><p>Der zweite Roman, „Niemand wird es verstehen“, fand sein Ende zumindest noch in einem gutbesuchten Strandlokal an der polnischen Ostsee. Die Sonne schien, ich bestellte mir einen neuen Whisky … und alles war gut.</p><p>Heute nun völlig unspektakulär. Allein im eigenen Wohnzimmer und mit einem Whisky mir selbst im Spiegel zugeprostet.</p><p><strong>Warum so entspannt, so geordnet, so LANGWEILIG?</strong></p><p>Um das zu verstehen, muss ich zurückschauen – zurück zu meinem ersten Roman, „Niemand wird böse geboren“, zu dem Moment, als ich dachte, der letzte Punkt sei das Ende. Dabei war es in Wahrheit erst der Anfang.</p><p>Die Endorphine, die Freude, die Zweifel, das Versagen, das immer wieder neu anfangen müssen, das Streichen, das Kennenlernen von Buchmarketing, die Besonderheiten im Eigenverlag, das Grübeln, das Verzweifeln … all das habe ich nun lange hinter mir.</p><p>Der letzte Punkt war damals ja leider nicht der letzte – was ich mangels Erfahrung in der verrauchten Spelunke nicht wissen konnte. Motiviert suchte ich mir die beste aller Lektorinnen überhaupt … <a href="https://buchhebamme.de/"><strong>Maria Al-Mana</strong></a>.</p><p>Noch einmal drei Monate gingen ins Land, bis das Sammelsurium meines ersten Lebens endlich einigermaßen in Kapitel gesetzt und damit in die Spur gebracht war.</p><p>• Nun endlich zündete ich alle Raketen.</p><p>• Eine neue website musste es sein.</p><p>• Einem BOD-Verlag übergab ich mein fertiges Manuskript.</p><p>• Ein Blog musste folgen.</p><p>• Instagram, YouTube, eine neue FB-Site und sogar TikTok richtete ich ein.</p><p>• Ich lernte mit Canva, Capcut und KDP-Programmen zu arbeiten.</p><p>• Natürlich auch sofort einen Sprecher (<a href="https://sprechkunst-martens.de"><strong>Sören</strong></a>) für ein Hörbuch geordert.</p><p>• Zur Buchmesse mit eigen erstellten Flyern und V-Cards angereist.</p><p>• Hoodies und T-Shirts nebst Tassen und Merchandise gedruckt.</p><p>• Gut 400 Eigenexemplare geordert.</p><p><strong>Und es passierte … nüscht.</strong></p><p>Was nicht schlimm ist. Geld wollte ich (ganz im Ernst) nie verdienen. Es war eher eine Art von Eigentherapie, um mit dem ersten und zweiten Kapitel meines langen und spannenden Lebens endlich abschließen zu können. Und dadurch zur Ruhe kommen zu können.</p><p>Aber heute ist, durch die Vorarbeit nach dem ersten Roman, halt alles sehr viel einfacher – dadurch auch unaufgeregter.</p><p>Ok – dieses Feuerwerk im Kopf, die Kobolde und Elfen mit dem BlingBling nach dem letzten Punkt. Die fehlen mir wirklich ein wenig. Das ist es dann aber auch.</p><p>Der Spaß, die Faszination, die Freiheit beim Schreiben hat mich tief gefangen. Durch die Wirren nach meinem ersten Hamburg-Roman konnte ich vieles lernen und habe alle Skills zur Verfügung, um trotz aller Freude nicht mehr aufgeregt zu sein. Da ich nun schon aus Erfahrung weiß, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnt.</p><p>Vielleicht fehlt mir heute das Feuerwerk, dieses Chaos im Kopf, das damals nach dem ersten letzten Punkt explodierte – die Kobolde und Elfen mit ihrem BlingBling. Aber ich habe dafür etwas anderes gewonnen: die Freiheit. Die Freiheit, nicht mehr von Zweifeln überwältigt zu sein. Die Freiheit, zu schreiben, nicht weil ich muss, sondern weil ich es will.</p><p>Mit dem dritten Hamburg-Roman „Niemand sieht deine Dunkelheit“ ist die Trilogie *Niemand* abgeschlossen. Ein Kreis hat sich geschlossen, und ich habe das Gefühl, damit wirklich etwas hinter mir ge- und hinterlassen zu haben. Aber der nächste Kreis hat sich längst geöffnet.</p><p>Der erste Roman der Trilogie *Jeder*, mit dem Titel „Jeder steht für sich“, steht schon in den Startlöchern. Diese Reise durch mein Leben bleibt nicht stehen – sie geht weiter, immer weiter, Kapitel für Kapitel.</p><p>Ich weiß jetzt, dass der letzte Punkt nie wirklich das Ende ist. Er ist nur ein Übergang, eine Schwelle zu etwas Neuem. Und genau das macht das Schreiben so faszinierend: Es bringt dich immer weiter, führt dich auf Wege, die du nie erwartet hättest, und zeigt dir immer wieder, dass da noch etwas wartet, das entdeckt werden will.</p><p>Vielleicht liegt darin der wahre Zauber. Dass du nie fertig bist – weder mit deinen Geschichten noch mit dir selbst. Und solange ich schreibe, weiß ich, dass es immer noch ein weiteres Kapitel gibt, das darauf wartet, geschrieben zu werden.</p><p><strong>Amazon:</strong> <a href="https://shorturl.at/iRO26">https://shorturl.at/iRO26</a></p><p><a href="https://www.dirkcarolus.com/portfolio"><strong>https://www.dirkcarolus.com/portfolio</strong></a></p><p>#theend</p><p>#niemandsiehtdeinedunkelheit</p><p>#hamburgroman</p><p>#dirkcarolus</p><p>#einbuchschreiben</p><p>#autorenleben</p><p>#storytelling</p><p>#therealslimshady</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Life is just a game ...]]></title><description><![CDATA[Ich stehe gestern Abend auf meinem Balkon. Freie Sicht auf das riesige Grundstück des Jugendheims direkt gegenüber. Ponys, Pferde, Spielgeräte, Kettcars, Tischtennis, Basketball, Fußball ....]]></description><link>https://dauzone.com/life-is-just-a-game/</link><guid isPermaLink="false">664e275568c44b2129465c4c</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Tue, 21 May 2024 17:16:00 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2024/05/fussball.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2024/05/fussball.png" alt="Life is just a game ..."><p>Mal abseits von Crime und Thriller.</p><p>Ich stehe gestern Abend auf meinem Balkon. Freie Sicht auf das riesige Grundstück des Jugendheims direkt gegenüber. Ponys, Pferde, Spielgeräte, Kettcars, Tischtennis, Basketball, Fußball und jede Menge sonstige Aktivitäten sportlicher und kreativer Art werden den Kindern/Jugendlichen hier geboten.</p><p>Es erscheinen vier Jugendliche. So etwa im Alter 13/14 Jahre. Hoodies, Ghetto-Style, laute Mucke aus irgendeinem blechernen Handy. Die Vier gehen lässig, mit diesem heute angesagten Schlepphoden-Gang, rüber zum Basketball-Feld. Von irgendwoher fliegt ein Basketball ins Feld. Ein Junge, so um die 17, kommt ins Bild. Fluppe im Hals. Dieser James Dean 2024 Look. Voll cool der Casanova.</p><p>Nur Minuten später kommt ein neuer Junge aus dem Haus gelaufen. In etwa 12 Jahre alt. Vollausstattung im Bayer Leverkusen Spieler-Dress. Hat einen Fußball dabei und kickt ein wenig vor sich hin. Die anderen fünf hänseln ihn vom Basketball-Platz gegenüber vom kleinen Fußball-Platz. „Scheiß-Leverkusen- Pisser. Siehst aus wie ne Schwuchtel ..“ und vieles mehr vom diesem Shit.</p><p>Der Junge lässt sich nicht beirren. Jongliert eine Weile mit dem Ball, während Spott und Häme über den Platz wabern. Er ist dabei auch recht gut und … drischt dann das Teil per Dropkick, aus ca. 15 Metern, oben in den Winkel eines Handball-Tors.</p><p>Sein Ball hat noch nicht ganz den Boden erreicht, da hebt er schon die Hand zum Stinkefinger, ohne diese Penner auch nur mit einem Blick zu beachten. Und er lächelte …</p><p>Ich habe lautstark applaudiert. Ich konnte einfach nicht anders.</p><p>Cooler Knirps und ganz großer Kino!</p><p>------</p><p>Erinnerung: mit 14 Jahren war ich im Nations-Cup in USA und Canada unterwegs. Wir durften damals T-Shirts unserer Fans signieren. Auf den Shirts stand:</p><p>#lifeisjustagamesoccerisserious</p><p>Danke für dieses Lächeln … junger Mann   :-)  </p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[NIEMAND WIRD ES VERSTEHEN]]></title><description><![CDATA[Nur den Bruchteil einer Sekunde später dieser kurze Lichtreflex, der auf der gebogenen Klinge eines kurzen Messers tanzt. Geführt von einer schmalen Hand im Lederhandschuh ....]]></description><link>https://dauzone.com/niemand-wird-es-verstehen-2/</link><guid isPermaLink="false">65c7a71968c44b2129465c30</guid><category><![CDATA[Das Buch]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sat, 10 Feb 2024 16:49:35 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2024/02/Prolog-Verstehen.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2024/02/Prolog-Verstehen.png" alt="NIEMAND WIRD ES VERSTEHEN"><p>Die Wandelhalle des Hamburger Hauptbahnhofs surrt zu Feierabendzeiten wie ein aufgescheuchter Bienenstock. Auch zu Weihnachten. Ganz besonders dann. Quäkende Bahnhofsansagen verlieren sich im Singsang von Stimmen und Sprachen. Kaum zu unterscheiden, was woher kommt. Die alte Dame, die in Mülleimern nach Flaschen oder Dosen wühlt. Wirr stehen ihr die Haare vom Kopf, doch ist sie in Vollausstattung mit Taschenlampe, Gummihandschuhen und Teleskop-Griff bewaffnet. Der junge Mann am Kiosk. Großspurig gestikuliert er vor der Schar seiner Freunde. Den Blick auf die Jugendlichen gerichtet, die zu dröhnender Rap-Musik mitten in der Wandelhalle akrobatische Break-Dance-Tanzeinlagen zelebrieren. Auf wundersame Weise verschmelzen die harten Beats aus dem Ghetto-Blaster mit der Berieselung durch allbekannte Weihnachtslieder. </p><p>Zwei Polizeibeamte im Tandem-Dienst. Mehr mit ihrem Döner als mit ihrer Umgebung beschäftigt. Rastlose Geschäftsleute auf dem Weg zum nächsten Deal des Jahrhunderts. Hastende Pendler, die schnellstens Feierabend in ihren Vorstädten haben wollen. Shopping-Queens samt übel gelauntem, weil mit Einkaufstaschen vollgepacktem Anhang. Flanierende Touristen, Dealer, Taschendiebe, Straßenkünstler und Bettler. Eine verwirrende Szenerie, bei der man unwillkürlich darauf wartet, dass der Augenblick plötzlich einfriert. Nur, um auf diesem Bild etwas besser sehen zu können.</p><p>Das Spiel der letzten Lichtstrahlen, die noch durch das Dach der Stahlkonstruktion brechen. Einen Augenblick der Besinnung. Ein Lächeln. Zwei Freunde treffen sich im Menschengewirr. Eine Umarmung. Ein Reflex. Wenn das Bild nur einmal angehalten hätte, wäre er vielleicht sichtbar geworden. Dieser große, junge Mann. Sein ebenmäßiges Gesicht mit leicht gebräuntem Teint. Schwarze Haare und Bart, akkurat kurz frisiert. Die muskulöse Statur bedeckt vom dunklen Kaschmirmantel. Und auch den älteren Herrn, der ihm entgegenkommt. Ebenfalls geschmackvoll gekleidet. Mit einer schmalen, ledernen Aktentasche in der rechten Hand und einigen Zeitungen unterm linken Arm.</p><p>Ein paar Sequenzen weiter hätte man eventuell ahnen können, dass der junge den älteren Mann überschwänglich, jedoch nicht ohne gewisse Ehrerbietung begrüßt. In dieser Sekunde das ratlose Gesicht des Alten erhaschen und zeitgleich die unerbittliche Kälte im Bild spüren, die sich Bahn bricht. Mitten durch die leicht getönte Sonnenbrille des jungen Mannes. Nur den Bruchteil einer Sekunde später dieser kurze Lichtreflex, der auf der gebogenen Klinge eines kurzen Messers tanzt. Geführt von einer schmalen Hand im Lederhandschuh. Von einer drahtigen, schlanken Frau im schwarzen Trenchcoat mit schwarzem Kopftuch.</p><p>Da solche Szenarien jedoch nur dort einfrieren, wo es auch Überwachungskameras gibt, sank plötzlich, mitten im pulsierenden Menschen-Strom, ein älterer Herr aufs Pflaster am Ausgang der tiefer liegenden Unterführung von Wandelhalle zu Mönckebergstraße. Schnell bildete sich eine Blutlache. Unter seinen Beinen. Wurde größer und größer. Einige Menschen fielen, völlig in Gedanken, fast über den Mann. Einige hockten sich hin, im aussichtslosen Versuch gefangen, ihm irgendwie noch helfen zu können. Stimmengewirr. Geschrei. Hilferufe.</p><p>Der junge Mann im Kaschmirmantel wäre auf dem Standbild schon nicht mehr zu sehen gewesen. Er war, noch bevor der Alte wirklich begriff, dass er getroffen worden war, zügig, aber ohne Hast weitergegangen. Die Zeitschriften nun unter seinen Arm geklemmt. Er wusste, dass dem älteren Herrn noch maximal zwei Minuten Lebenszeit blieben.</p><p>Seine Stiefmutter hatte noch nie ein Ziel verfehlt und war schon, mit dem Aktenkoffer in der Hand, auf der anderen Seite der Wandelhalle im Menschen-Strom untergetaucht.</p><p>..............</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Happy New Year]]></title><description><![CDATA[Jeder neue Tag sollte für jedes Lebewesen ein Feiertag sein. Sobald die Sonne sich erhebt. Egal, welches Datum grad von anderen zelebriert wird.]]></description><link>https://dauzone.com/happy-new-year/</link><guid isPermaLink="false">6591a3cf68c44b2129465c1e</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sun, 31 Dec 2023 17:29:54 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/12/M-dchen.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/12/M-dchen.png" alt="Happy New Year"><p><strong>Jahresrückblick</strong></p><p>Was war und was wird werden. Was wird sich vorgenommen. Welche Zielsetzung. Wohin führt die Reise. Was soll werden und wo geht es hin.</p><p>Hat mich nie interessiert. Da mich fremd gesteuerte Daten in einem Kalender nicht interessieren. Nur weil irgendein Mythos oder gar die Märchen-Bibel einen Feiertag auslobt. Zum Feiern gezwungen?</p><p>Jeder neue Tag sollte für jedes Lebewesen ein Feiertag sein. Sobald die Sonne sich erhebt. Egal, welches Datum grad von anderen zelebriert wird. Die Augen überhaupt öffnen zu können. Zu hören, zu sehen, zu riechen, zu schmecken und zu fühlen. Jeder neue Tag ist einfach ein Geschenk. Manchmal scheiße verpackt (frei nach Kid Kopphausen). Aber egal, wie kacke er beginnt. Es ist immer ein neuer Anfang, der erlebt werden will. Und muss!</p><p>Heute, zu Silvester, auf einem Spielplatz. Ein Spielplatz für „schwierige Jugendliche“ in einem Heim für diese auserlesene Sondergruppe. Eine Mutter hatte sich offensichtlich Zeit genommen, ihr Kind mal kurz zu beglücken. Ein Nachmittag in trauter Harmonie, bevor Mutti sich ins Kneipenviertel stürzt und um Mitternacht das Glas in ein, in ihr neues Leben zu heben.</p><p>Das Kind, ein Mädchen, vielleicht 6 Jahre alt, weiß davon nichts. Es ist dem Kind egal, was heute für ein Tag ist. Das Wetter ist egal. Der pfeifende Wind ist egal. Der Jahreswechsel ist egal. Mutter ist da. Und Mutter ist für mich da.</p><p>Das Kind guckt ganz nach oben zur Spitze. Muss sich dabei weit nach hinten beugen und fällt in den Sand. Lachend baut das Mädel einen Engel im Sand und ruft:</p><p>„Mutti – ich kletter jetzt da ganz oben rauf!“ Klare Ansage von dem Kid. Es geht da hoch. Ein Gerüst aus Stahlseilen. Gut vier Meter hoch.</p><p>Mutter: „Mach das nicht. Wenn du runterfällst, bist du tot!“</p><p>Kind: „Was ist tot?“</p><p>Mutter: „Na, du atmest nicht mehr. Und wir können und dann nicht mehr sehen!“</p><p>Kind: „Dann kann ich ja später da hochklettern. Dann sehe ich dich doch eh nicht mehr.“</p><p>------</p><p>So viele Fragezeichen. So viel Gefühl und so viel Brisanz in einem einzigen Satz eines Kindes. „Ich mach das jetzt!“</p><p>Machen ist immer besser als Abwarten. Stillstand ist Rückschritt.</p><p>Liebe, Einfühlungsvermögen und Zeit für Kinder jedoch unersetzlich.</p><p>Frohes neues Jahr!</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[41 Jahre Thriller … und kein Ende in Sicht]]></title><description><![CDATA[Ich schließe mein Word-Programm, lehne mich zurück und sehe ein Vinyl-Cover in der Nachrichtenzeile auftauchen. 41 Jahre ist die Scheibe Thriller nun schon her. Und ich fühle mich plötzlich mehr als nur  ... uralt ]]></description><link>https://dauzone.com/41-jahre-thriller-und-kein-ende-in-sicht/</link><guid isPermaLink="false">656b89cf68c44b2129465c03</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sat, 02 Dec 2023 19:58:28 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/12/Thriller1.jpg" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/12/Thriller1.jpg" alt="41 Jahre Thriller … und kein Ende in Sicht"><p>Am 30. November 1982 kam das Album Thriller von Michal Jackson auf den Markt. Meine Wenigkeit hat just heute, am 30. November, allerdings im Jahre 2023, den ersten Teil meines zweiten Hamburg-Romans fertig gestellt.</p><p>Ich schließe mein Word-Programm, lehne mich zurück und sehe ein Vinyl-Cover in der Nachrichtenzeile auftauchen. 41 Jahre ist die Scheibe Thriller nun schon her. Und ich fühle mich plötzlich mehr als nur uralt.</p><p>Und versuche mich zu erinnern. 1982. Grad einmal flügge geworden. Allein in Hamburg in der Ausbildung zum Polizisten. Artikel und Bilder aus den Tageszeitungen kommen wie lose Blätter durch mein Gehirn geflogen. Christian Klar, Mitbegründer der RAF, war nur wenige Tage zuvor in einem Wald im Hamburger Norden festgenommen worden. Wir hatten dadurch erhöhte Wachzeiten im Hamburger Polizei-Ausbildungs-Zentrum zu schieben. Als ob irgendjemand diesen Kindergarten angreifen würde. Und die RAF war ja nun, mit der Festnahme von Klar, eigentlich Geschichte. Aber nun ja – Befehl war halt Befehl.</p><p>Das Video des Kollegen Faden, der 1974 erstmalig bei einer Geiselnahme in Hamburg St. Georg den sogenannten „finalen Rettungsschuss“ ansetzte, wurde uns in diesen Tagen, im November 1982, praktisch täglich im Unterricht serviert. Andere Auszubildende lernten, mit der Rohrzange umzugehen. Wir mussten uns tagtäglich Bilder über Rettungs- oder Fangschüsse ansehen. Und verfolgten natürlich auch die Nachrichten, ob es nun „notwendig“ oder gar „menschlich“ war. War es wirklich die Wahl des mildesten Mittels. Noch heute bleibt mir nur ein Schulterzucken nach all dem, was danach kam.</p><p>Dann schiebt sich eine Lederjacke vor das Panoptikum meiner Augen. Genüsslich und wieder lächelnd zünde ich mir eine Zigarette an. Diese abstoßend hässliche Patchwork Lederjacke. Mit nur einem einzigen Knopf ganz unten. Mit Schulterpolstern, dafür extra kurz geschnitten. Und hängt noch heute in meiner Garage. Direkt über dem Kopf meines Motorrads. Manche Dinge sind es wert, einfach nur existent zu bleiben. Über 40 Jahre hat diese Jacke mit mir verbracht. Zig Umzüge und Leben mit- und überlebt. Passt mir lange nicht mehr. Zu schmächtig war ich noch Anfang der 80er oder einfach zu dick heute. Aber ich passe immer noch zu dieser Kultjacke. Erstanden auf dem Hamburger Kiez. In einem kleinen Laden gegenüber vom Club Top Ten. Wo damals alle Türsteher, die was auf sich hielten, einkauften …</p><p>1982. Jeder Weg … einfach jeder längere Weg, der über 2.000 Meter war, wurde mit dem Motorrad erledigt. Laut musste es sein. Und schnell. Und ich hatte beides unter dem Arsch und zwischen den Beinen. Das Leben war so herrlich einfach. Mir gehörte die Welt. An einem Abend besuchte mich meine spätere erste Ehefrau mit ihren Eltern in „meinem“ Hamburg. Natürlich machten wir einen Gang über „meinen“ Kiez. Und natürlich kam uns einer der Top-Luden der damaligen Zeit samt seiner Frauen entgegen. Und meine Schwiegermutter, feinste norddeutsche Kultur, hatte nix besseres zu tun, als den Typen am Arm zu packen. „Sach mal Kollege, bist du so ein Zuhälter?“  Ich wollte einfach nur im Boden versinken. Doch der schöne Klaus war die Ruhe selbst un lachte: „Jo Mutti – was dagegen?“ Die Situation eskalierte nicht … alles war fein. Aber vergessen werde ich es nie. Vielleicht lag es ja auch einfach nur an meiner tollen Lederjacke …</p><p>Schlussendlich ist da wieder die Musik. Als Kind noch Abba und Boney M. auf der Innenseite meiner ledernen Schultasche mit fettem Filzstift verewigt. Mit 15 Lebensjahren durchgestrichen … teilweise aus der Klappe ausgeschnitten und AC/DC darauf verewigt. Da ich – allein – 1978 zum Konzert nach Kiel fahren durfte. Danach nur noch Leder. Nur noch schwarz getragen. Black Sabbath, DIO, Jethro Tull, The Sweet, Foreigner und Van Halen.</p><p>Und dann kam plötzlich Rocky Balboa in mein Leben. Damit auch gewaltig und durchaus gewalttätig Survivor mit „The eye of the tiger“ . Alles drehte sich fortan bei mir nur noch ums Boxen. Ums Kickboxen. Um Street-Fighting. Egal, welchen Namen es trug. Ich wollte dabei sein. Ich wollte gewinnen. Und ich war gut darin. Und wurde immer besser. Da ich bei der Polizei auch Trainingsmöglichkeiten ohne Ende fand.</p><p>Und all das wurde nur durch einen einzigen Menschen durchbrochen. Durch einen mehr oder weniger androgynen Kerl, der Thriller erschaffen hatte. Für mich ein angemalter Kasper, der sich andauernd in den Schritt faste, Hochwasser-Hosen, Hut und Pailletten-Handschuhe trug und sich damit leidlich bewegen konnte. Der überhaupt und so gar nicht zu meinem anerzogenen und grad voll ausgelebten heterogenen Weltbild passte. Michael Jackson .... ausgerechnet.</p><p>Und eines Abends stand ich dann da. Kampfbereit. U-Bahn-Station Reeperbahn. Urbane Kids mit Ghetto-Blaster kamen mir entgegen. Es roch für mich nach Haue. Sehr gern … kommt doch! Und es erklang „Beat it“. Und ich hörte dieses Gitarrenriff. Glasklar. Es war Eddie van Halen. Und wenn Eddie van Halen mit diesem No-Name Kasper Mucke macht. Dann kann dieser Jackson nicht so schlecht sein.</p><p>Nun 41 Jahre her … aber auch nur eine weitere Geschichte.</p><p>Aber geil. Wie mein ganzes Leben.</p><p>Danke bis hierhin ….</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kosmos Lagerbox]]></title><description><![CDATA[Da war die Dame, deren Dauerwelle noch den anmutigen toupierten Charme der 70er Jahre versprühte. Ebenso wie ihr bemitleidenswerter Daimler. Die Baureihe, welche noch mit echten Stoßstangen bewaffnet war.]]></description><link>https://dauzone.com/kosmos-lagerbox/</link><guid isPermaLink="false">65622c4f68c44b2129465bec</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sat, 25 Nov 2023 17:24:38 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/11/Lagerbox.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/11/Lagerbox.png" alt="Kosmos Lagerbox"><p>Moritz begrüßte mich mit einem Lächeln. <em>„Der frühe Vogel …?“</em> Ich war nun schon den dritten Samstag in Folge hier, um mit dem Sprinter ein- und auszufahren. Unser stationärer Laden würde uns an diesem Wochenende zu letzten Mal sehen. Moritz, ein gleichsam lebenslustiger wie bärtiger kleiner Pummel, hatte sein langjähriges Studium der Rechtswissenschaften irgendwann gegen ein Leben auf dem Planeten Lagerbox eingetauscht.</p><p>Die Woche davor hatte ich Herrn Hübner kennengelernt. Im Gegensatz zu Moritz ein eher betulicher Mitfünfziger, der, mit einem Minijob bewaffnet, hinter dem Schreibtisch im kleinen Büro dem Ende seiner regulären Arbeitszeit sehnsüchtig entgegen sitzt.</p><p>Überhaupt ist der Planet Lagerbox ein Sammelsurium von Geschöpfen der durchaus anderen Art. Anders im Bezug darauf, dass man die hier kreuchenden und fleuchenden Kreaturen wahrscheinlich nur selten im normalen Leben abseits dieses Habitats noch einmal antreffen oder gar zu Gesicht bekommen wird.</p><p>Da sind diese drei jungen Männer, die den gesamten Vormittag des letzten Samstags in der Durchfahrt unterhalb des riesigen Turms palavern. Lässig auf einem Rollcontainer sitzend. Angelehnt an die Motorhaube eines M-Klasse BMW der SUV-Klasse oder sitzend im Kofferraum eines sehr tiefen, jedoch um so breiteren Mercedes. Laut redend und gestikulierend. Jedoch sofort in den Flüsterton übergehend, wenn Schritte nahen oder eine Fahrstuhltür der riesigen Lastenaufzüge sich öffnet.</p><p>Da war die Dame, deren Dauerwelle noch den anmutigen toupierten Charme der 70er Jahre versprühte. Ebenso wie ihr bemitleidenswerter Daimler. Die Baureihe, welche noch mit echten Stoßstangen bewaffnet war. Jedoch nur durch die Unmengen an undefinierbarem Gedöns in ihrem Auto per Gewichtsbelastung tiefer gelegt wurde. Stolz und anmutig stolziert Sie aufrecht mitten durch die Creme de la Creme der drei Männer der Lagerbox-Mafia hindurch. Ihr Daimler, ihr Pelzmantel wie auch Ihr Geburtsjahr dürften allesamt Anfang der 60er liegen.</p><p>Dann ist da Charles. Charles ist, laut Moritz, schon seit gut 10 Jahren Kunde hier. Hat zwei „Suiten“ mit je über 200 Quadratmeter angemietet und macht in … Irgendwas. Ist aber praktisch jeden Tag hier. <em>„Urlaub macht der nicht. Und wenn, dann hier!“</em> ist die kurze und knappe Aussage von Moritz.</p><p>Nun wird und mag es sicherlich eine Sache der inneren Überzeugung sein. Oder aber der Abkehr vom normalen Weltlichen. Oder von beidem irgendwie etwas. Doch jedes normale Lager, jede Garage, jede Mietswohnung oder Keller welche auf zwei, fünf oder gar zehn Jahre gemietet wird, ist ganz sicher um ein Vielfaches günstiger, als so eine Lagerbox. Jedoch jeder, der hier ein- und ausgeht, wird genau wissen, was er tut und warum er/sie es genau hier tut. Privater, anonymer, sauberer und zudem gesicherter als in diesem verwinkelten Lebensraum geht es kaum.</p><p>Ich treffe Sarah auf der vierten Etage. In etwa 25 Jahre alt. Der Inbegriff einer blonden, groß gewachsenen Schönheit. Jedoch nach außen ohne jegliches Leben. Geduckt und still. Die Art und Weise, wie sie den großen Lastenkarren vor sich bewegt, lässt Zweifel aufkommen, ob sie ihn bewegt oder sich daran nur festhält. Nach kurzem, intensivem Wortwechsel ist mir klar: Sie lebt. Zwar nur noch eine Hülle und ein Schatten ihrer selbst. Aber durchaus mit Herzschlag und funktionierender Lunge. Hat sich vom Kerl getrennt, von der Liebe ihres Lebens, dessen Name im Mietvertrag stand. Gern helfe ich ihr noch dabei, ein Regal vom Lastesel zu hieven und in ihrem Verschlag zu verstauen. Drei Quadratmeter für einen Lebensabschnitt. Shit happens!</p><p>Unten treffe ich wieder die Dame mit der monströsen Dauerwelle. Wie nehmen gemeinsam einen Fahrstuhl nach oben. Zeit für mich, wieder mal nachzufragen. Ich liebe diese Momente. Man kann dabei einfach nicht verlieren. Bei einer Antwort, völlig egal welcher Art, kann es nur einen Lerneffekt geben. Bei keiner Antwort hat man nichts verloren, außer ein paar Worte und einen Lidschlag an Zeit. Dagmar macht, seit dem Tod Ihres Mannes, in Floh- und Trödelmärkten. Hat hier vier kleine Kabinen zu jeweils vier Quadratmetern angemietet. „Fein säuberlich getrennt in Nippes und Glas, Elektro, erlesener Tischdeko und Küche.“ Sagt sie. Nicht ohne einen gewissen Stolz, während ich auf einen aus dunklem Holz geschnitzten Bären zeige, der ohne weiteres auch als Igel oder gar Fasan durchgehen würde. Wohnungsauflösungen in der Woche wären ihr Hobby. Kleinanzeigen Ihre Zeitung. Trödel am Wochenende Ihre Erfüllung. Geld spiele dabei nur eine untergeordnete Rolle. Der Spaß und die permanente Abwechslung. Das „Zu-Tun-Haben“ wären hier entscheidend. Um nicht Nachdenken zu müssen. Während dieser Worte fischt sie behände eine Red Bull Dose aus Ihrer riesigen Umhängetasche und lächelt mich an. Unzählige Kronen schimmern in perfektem Perlmutt durch ihren übertrieben aufgetragenen roten Lippenstift.</p><p>Wieder im Parterre angekommen, erwartet mich eine Armada von Kerlen einer Umzugsfirma. „Der Starke Anton“ steht unübersehbar auf zwei XL-Sprintern als Slogan über dem Abbild eines Typen in schwarz roter Uniform, der augenscheinlich einen Mix aus Barbie-Ken und Clark Kent darstellen soll. Schier unzählige Männer in seiner Uniform sind am Wuseln. Teppiche, Fernseher, Truhen. Unfassbar viele gelbe Müllsäcke mit zur Unkenntlichkeit zerdrückten Textilien und wannenweise Nippes aus anderen Welten. Eines dieser ominösen Tore zu diesen 200 Quadratmeter Suiten tut sich vor mir auf. „Schrott – einfach nur haufenweise Schrott!“ tut sich als Beschreibung in mir auf. Inmitten dieser wuselnden Heerschar von Packern eine ältere Dame mit einem Block und spitzem Bleistift. Ruhig und ohne viele Gesten Anweisungen gebend. Eine Bibliothekarin, wie sie im Buche steht.</p><p>Binnen Minuten hatte der Spuk ein Ende. Etwas Staub und die Gerüche eines oder gar mehrerer längst vergangenen Leben waberten noch ein paar Sekunden durch die Gänge, nachdem das große Tor dieser Suite geschlossen wurde. Kaum traten die Packer samt Bibliothekarin aus dem großen Tor, hörte man wieder Sechszylindrige Boliden die Rampe empor husten. Die junge Lagerbox-Connection vom letzten Samstag traf sich wieder zum Stelldichein, um über die kommende Weltherrschaft und das zu verteilende Welterbe im Schein von Neonlicht, Auspuffgasen und absoluter Diskretion zu philosophieren.</p><p>Nur wenige Stunden im ureigenen Kosmos Lagerbox. Eine – wieder einmal – inspirierende Erfahrung!</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Eine Weihnachtsgeschichte?  Drauf geschissen ....]]></title><description><![CDATA[Und ich putzte mich heute mal raus. Weil ich es kann. Oberstes Bord. Mal keine kurzen Hosen. Heute mal im Anzug … mit echten Lederschuhen. Diese, die auf dem Asphalt so schön klacken. „Hört Ihr Leut … ich komme des Weges!“]]></description><link>https://dauzone.com/eine-weihnachtsgeschichte-drauf-geschissen/</link><guid isPermaLink="false">655f979968c44b2129465bc8</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Thu, 23 Nov 2023 18:25:11 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/11/Penner.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/11/Penner.png" alt="Eine Weihnachtsgeschichte?  Drauf geschissen ...."><p>Ich halte nichts von Weihnachten und pp. Schenken und Geben kann ich immer. Dafür braucht es kein Datum. Auch habe ich eine eher diffuse Sicht auf Not und Bettelei. Sicherlich durch meinen Vater und etwas später durch meinen Dienst als Polizist geprägt:<em> „Wenn Du einem hilfst --- musst Du allen helfen!“</em></p><p>Heute, gut 45 Jahre später, meine ich, dass er immer noch Recht hat. Aber: es ist nun heute fast ein halbes Jahrhundert später. Und Dinge ändern sich. Ebenso Sichtweisen. Und ehemals oktroyierte Glaubenssätze damit auch  ……</p><p>Jedoch war ich auch mal obdachlos. Auch ich hatte mal alles verloren. Auch ich war (und bin noch) am Scheideweg zwischen Gut und Böse. Zwischen einfach fallen lassen oder wieder einmal aufstehen. Jeden Tag erneut. Jeden fuck…. day aufs Neue.</p><p>----</p><h2 id="heute-war-ein-guter-tag-">Heute war  ---  ein guter Tag.</h2><p>Ich stand gegen 07:00 auf unserer Terrasse. Hatte einen dampfenden Kaffee in der linken und eine Zippe in der rechten Hand. Konnte mir aussuchen, wann ich mit der Arbeit beginne. War mal nicht verkatert. Habe trainiert. War gegen 09:00 Uhr fertig angezogen und blickte erneut von der Terrasse auf das Hinterland. Pferde wurden longiert. Die Sonne stand direkt über dem Fluss gegenüber vom Haus. Nebelschwaden hüllten Reiher und diebische Elstern in Watte ein.</p><p>Ich hatte einen Termin beim Friseur und Barbier. Konnte mir nicht nur aussuchen, was ich heute anziehe. Konnte auch entscheiden, ob ich vorher oder nachher frühstücke. Und wenn --- sogar was und wie viel.</p><p>Und ich putzte mich heute mal raus. Weil ich es kann. Oberstes Bord. Mal keine kurzen Hosen. Heute mal im Anzug … mit echten Lederschuhen. Diese, die auf dem Asphalt so schön klacken. „Hört Ihr Leut … ich komme des Weges!“</p><p>Vom Barbier gefertigt – nicht ohne Getränke und erzwungenem Small-Talk – ging ich meinen Weg zurück. Gut sah ich aus. Beseelt ob meiner Möglichkeiten. Beschwingt, da ich mir meinen weiteren Tagesablauf aussuchen konnte. Erfreut, dass die Sonne immer noch da war.</p><p>---</p><h2 id="und-dann-sa-er-da-">Und dann saß er da. </h2><p>Dieser Bettler. Mit einem reinrassigen Magyar Vizsla (ich sehe so etwas!). Der seinen riesigen Kopf auf dem Oberschenkel seines Herrchens gebettet hatte und in eine schmuddelige Decke eingehüllt war.</p><p>Der Hund schaute mich an. Meine Lederschuhe klackten laut. Ein riesiges Exemplar von Hund. Mit passend riesigen Augen. Noch im Gehen … noch weit vor dem Bettler, hatte ich schon Kleingeld aus meiner Hosentasche gefischt und machte mir eine Zigarette an.</p><p>Ich warf das Geld in die Büchse. Der Mann schaute mich an. Keine 30 Jahre alt. Vom Aussehen eher Mitte 40. Ich sagte, noch bevor das Klirren der Münzen verklungen war „Nicht für dich – für den Hund!“ Er lächelte und hatte Augen wie Terence Hill. Stechend hellblau „Schon klar --- für wen auch sonst!“ Ich lächelte zurück. Der Mann schaute auf meine brennende Zigarette. „Hast Du eine für mich --- mein Hund raucht nicht!“ Und er lächelte wieder …</p><p>Ich war aber schon im Gehen. Schaute mich auch nicht mehr um. Nur weg. Den Codex meines Vaters hatte ich erfüllt. Ich hatte ja nur über den Hund gesprochen. Nur für diesen großen Hund etwas „gespendet“.</p><p>20 Meter weiter war ein Kiosk. Ich brauchte noch Zigaretten. Nahm gleich zwei Schachteln. Und brachte eine davon zurück zum Penner. Ich weiß nicht warum. Ich weiß auch nicht, warum ich den Satz abgab: „Mach was draus!“ Was soll man schon aus einer Schachtel Zippen machen. Ein Haus bauen? Völliger Nonsens diese Aussage …</p><p>----</p><p>Gute drei Stunden später machte ich wieder meinen gewohnten Spaziergang. Ich kann es mir aussuchen. Ich kann meine Zeiten wählen. Mitten im Wald fiel mir dieser riesige Hund als erstes auf. Einen Augenblick später erneute die Augen von Terence Hill. Ihm saß eine völlig abgehalfterte Dame gegenüber. Und er hielt die Schachtel Zippen der Dame feil …</p><p>Und sagte: „Es stört dich wohl nicht, wenn ich teile?“</p><p>Und dieses Viech von Hund bellte nicht. Trotzdem ich den Bereich seines Herrchens betreten hatte. Und er rieb seinen Sabber an meiner Jeans ab. Und ich tätschelte seinen riesigen Kopf.</p><p>Alles war gut. Für den Bruchteil eines Moments. Im Herbst 2023</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Niemand wird es verstehen ...]]></title><description><![CDATA[Seine Handgelenke brannten, als wenn diese in glimmenden Glutringen festgeschnallt wären. Durch seine zuckenden Augenlieder sah er dünne Fäden Blut über seinen verschmutzten linken Arm laufen. In feinen Linien, jedoch abstrakt wie in einem Gemälde von Paul Klee ...]]></description><link>https://dauzone.com/niemand-wird-es-verstehen/</link><guid isPermaLink="false">6510680a68c44b2129465bb2</guid><category><![CDATA[Das Buch]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sun, 24 Sep 2023 16:51:35 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Messer.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Messer.png" alt="Niemand wird es verstehen ..."><p><strong>1998 – Foča – Bosnien/Herzegowina</strong></p><p>Er erwachte langsam. Seine Augen mussten sich erst an die Helligkeit im Raum gewöhnen. Große Scheinwerfer erhellten den Raum. An den Handgelenken aufgehängt hing er inmitten dieses feuchten Kellers. Er sah voluminöse Rohre an der Decke langlaufen und eine große, rostig braun verfärbte Doppeltür am Ende des schmalen Raums. Mit dem Erwachen kamen sofort die Schmerzen zurück. Geballt. Wie eine Lawine rollten sie auf ihn zu. Erst in langsamen Schüben, dann immer schneller pochend. Ein Stakkato von immer höheren Wellen anstimmend.</p><p>Seine Handgelenke brannten, als wenn diese in glimmenden Glutringen festgeschnallt wären. Durch seine zuckenden Augenlieder sah er dünne Fäden Blut über seinen verschmutzten linken Arm laufen. In feinen Linien, jedoch abstrakt wie in einem Gemälde von Paul Klee. Seine Schultern fühlten sich tot an. Wahrscheinlich ausgekugelt durch das stundenlange Hängen an diesen Seilen. </p><p>Ein junger Mann kam auf ihn zu. Blaues Uniformhemd. Die Ärmel bis zum Ellbogen hochgeschoben. Eine qualmende Zigarette im Mundwinkel. Ansatzlos schlug er ihm mit dem Gewehrkolben in den Unterleib. Er wäre nach vorn geklappt, wenn er nicht hilflos im Raum hängen würde. Seine Füße berührten nur ansatzweise mit dem Ballen den dreckigen Boden. Gequälte Laute drangen durch seine zerfurchten Lippen. Ein Königreich für einen Schluck Wasser. </p><p>Dann spürte er plötzlich etwas Erleichterung. Die Seile, mit denen seine Arme nach oben gehalten wurden lockerten sich etwas. Er konnte sich, von Schmerz umwoben, endlich etwas nach vorn beugen. Seine Füße spürten den Boden. Seine Muskeln jedoch nicht wirklich. Im Augenwinkel sah er mehr Männer in blauen Hemden kommen. Vier. Vielleich sechs an der Zahl. Er spürte eine Klinge in Höhe seiner Leiste. Ein leises Surren. Dann fiel seine dicke Einsatzhose lautstark in die Pfütze unter ihm zu Boden. Ein neuer Schmerz in seiner Leiste machte sich breit. Wohl ein Messer, das zu tief gesetzt wurde, um ihn zeitgleich auch um seine Unterhose zu erleichtern. </p><p>Gleich darauf kräftige Arme, die ihn gebückt hielten und ein weiterer kolossaler Schmerz in seinem Anus, der alles andere sofort überdeckte. Er sah im Zwielicht noch einen jungen Franzosen auf einem Stuhl an der Kellerwand sitzen. Reste seiner Uniform hingen an ihm in Streifen herab. Vielleicht grad volljährig. Mit je einem großen Messer in den Oberschenkeln blickte dieser völlig apathisch in seine Richtung. Kurz erschien die bleiche Fresse seines Onkels Manfred mit den gelben Zähnen vor seinen geschlossenen Lidern. Dann wurde es wieder schwarz um ihn herum. Mehr als dankbar ließ sich Rainer erneut in diese Dunkelheit fallen …</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Kleidgen Industrial Services]]></title><description><![CDATA[Hier ein Auszug aus dem zweiten Roman. Ich sage noch nicht genau, worum es geht. Aber der hier beschriebene Mensch stirbt schon am Anfang. Ob gut oder schlecht, wird sich noch zeigen. Jedenfalls hat er die Geschichte erst zur Geschichte werden lassen. 

Und ich war leider live dabei ….. ]]></description><link>https://dauzone.com/kleidgen-industrial-services/</link><guid isPermaLink="false">64fdf80a68c44b2129465b93</guid><category><![CDATA[Das Buch]]></category><category><![CDATA[Leben]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sun, 10 Sep 2023 17:15:26 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Arbeitstitel_Hamburg-RomanII.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Arbeitstitel_Hamburg-RomanII.png" alt="Kleidgen Industrial Services"><p><strong>15 Stunden zuvor ...</strong></p><p>Rainer Kleidgen stieg aus dem Fahrstuhl, der direkt auf seiner Etage im achten Stock endete. „High End“ prangte in weißen Lettern auf rotem Grund im großen Display des Aufzugs. Er richtete noch einmal seinen marineblauen Zweireiher mit den auffälligen Messingknöpfen und glitt geschmeidig wie ein Aal in das Foyer seiner mehr oder weniger privaten Geschäftsräume.</p><p>Dorothee Prange, seine seit über 20 Jahren für ihn tätige Chefsekretärin, hatte wie an jedem Werktag um 7.03 Uhr bereits das Wasser für den Tee aufgesetzt und die Türen zur überdachten Terrasse des weitläufigen Büros ihres Chefs geöffnet. „Guten Morgen, Herr Dr. Kleidgen“, flötete sie ihm wie jeden Morgen entgegen und freute sich stets über sein Lächeln, seine angedeutete Verbeugung und seinen kräftigen Händedruck.</p><p>Nach dieser immer gleichen Zeremonie ging Rainer Kleidgen wortlos in sein Arbeitszimmer, nahm seinen Zweireiher ab und hängte diesen, fast behutsam, über einen stummen Diener. Diesen hatte schon sein Vater benutzt. Ein immer noch blendend helles Elfenbein aus dem Besitz einer alten Hamburger Dynastie, deren Stammsitz über ein Jahrhundert lang Indien gewesen war und bis heute auf die Freimaurer zurückgeht.</p><p>Auf der Terrasse angekommen, öffnete er die ersten beiden Knöpfe seiner Weste und griff nach oben. Im Untergriff an eine fest installierte Eisenstange unterhalb der Überdachung. Er zog sich genau 12 Mal hoch und machte eine kleine Pause, die nie länger als 30 Sekunden andauerte.</p><p>Nach genau vier dieser Durchgänge ging er in seinen Privatraum im Nebenraum des Büros und erschien genau um 07:21 Uhr wieder in seinem Arbeitszimmer. Ein neues Hemd und eine neue Weste schmückten seinen Körper, der trotz der fast vollendeten 60 Lebensjahre immer noch gestählt war. Fast liebevoll ließ er das akkurat gefaltete Hemd und die zuvor getragene Weste in einen vorbereiteten Wäschesack auf den Schreibtisch seiner Sekretärin gleiten.</p><p>Nach dieser tagtäglich wiederkehrenden Prozedur nahm er, wortlos und praktisch im Gehen, das fertige Tablett mit allen Utensilien, die er für die morgendliche Durchsicht seiner Korrespondenz benötigte, mit. Das Tablett war aus hellem, sehr dunkel gebeiztem Eschenholz. Rechts eine Mulde für die Post. Links zwei Aussparungen für Teekanne und Tasse und dazwischen eine fest installierte Eschenschale mit herausnehmbarem Porzellan-Einsatz für den benutzten Teebeutel.</p><p>Pünktlich um 7.27 Uhr saß Rainer Kleidgen an seinem voluminösen Schreibtisch und goss sich einen frisch aufgebrühten Ingwertee ein. Er liebte diese Rituale. Er liebte den täglichen Wettstreit mit der schier unerbittlichen Zeit als Konkurrenten. Er liebte Konkurrenz überhaupt. Und er liebte es, sie zu demütigen und zu vernichten, während er wieder auf seine Armbanduhr sah.</p><p>Exakt um 7.29 Uhr erschien seine Frau Prange mit den Wirtschafts- und Tageszeitungen. Zwei Minuten früher als gestern. Zwei Minuten früher als den gesamten Monat über.</p><p>Er lächelte. Um 7.30 Uhr würde ihn sein nichtsnutziger Sohn anrufen.</p><p>Anrufen müssen ...</p><p></p><p></p><p>#niemandwirdesverstehen #dirkcarolus #hamburgroman #teilzwei #hamburglife</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Der Welpe ...]]></title><description><![CDATA[Mal abseits davon, dass ich mit Lust und mittlerweile erworbener Finesse´ an meinem zweiten Buch schreibe, steht mein Leben ja nicht still. Zuviel passiert für einen Schreiberling, wie es meine Frau so nett ausdrückt...]]></description><link>https://dauzone.com/der-welpe/</link><guid isPermaLink="false">64f4a29e68c44b2129465b77</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Sun, 03 Sep 2023 15:19:10 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Welpe.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/09/Welpe.png" alt="Der Welpe ..."><p>Mal abseits davon, dass ich mit Lust und mittlerweile erworbener Finesse´ an meinem zweiten Buch schreibe, steht mein Leben ja nicht still. Zuviel passiert für einen Schreiberling, wie es meine Frau so nett ausdrückt.</p><p>Den heutigen Tag habe ich mehr oder minder am Strand verbracht. Da gab es so eine Rasselbande von Hunden. Ein Spitz-Mix mit irgendwas, ein Border-Collie und irgendwas zwischen Pudel und dem Hund von Obama. Diesem Wasserhund … wie auch immer die heißen.</p><p>Alles tollte, alles tobte und Herrchen wir Frauchen waren tief ins Gespräch vertieft. So soll es sein – so liebe ich es! Aus der Ferne kam, über gut 1000m, ein kleiner Pitbull-Rüde angerannt. Breit, tief. Unter seinem Bauch sah man seine Eier … und Gischt aus Staub und Sand hochstieben. Nicht älter als maximal acht Monate. Die Sorte mit den kleinen fiesen Zähnchen, die bald ausfallen werden. Frauchen laut schreiend, jedoch sehr viel langsamer hinterher. Brachte aber nichts. Der Kleine knallte sich voll ins Getümmel.</p><p>Dieser ausgewachsene Obama-Mix Rüde – auch mit Eiern bewaffnet, knurrte einmal kurz und die kleine, renitente braune Bisam-Ratte legte sich sofort unterwürfig hin. Natürlich nicht, ohne zu versuchen, seine kleinen fiesen Zähnchen in die Pfote des großen Hundes zu jagen. Was für eine kleine miese Sau  😊  sofort waren meine Erinnerungen an meinen kleinen Hank wieder präsent. Was für ein toller Hund.</p><p>Einige Stunden später stehe ich auf meinem Balkon und beobachte Mutter und Tochter mit einem Welpen. Nicht älter als maximal 16 Wochen. Auch ein Border-Mix. Die Tochter ist maximal not amused, dass das kleine Tier nicht auf Sie hört. Vielleicht kann es einfach keine Fremdsprachen. Sie zieht und zerrt und brüllt und macht. Das lütte Vieh legt sich einfach nur hin. Völlig überfordert. Und das Kind zieht das Tier am Halsband über den Parkplatz.</p><p>Und Mutti telefoniert derweil seelenruhig. Töchting hat ja Abwechslung  …</p><!--kg-card-begin: hr--><hr><!--kg-card-end: hr--><p><strong>Hunde sind kein Spielzeug für überdrehte ADHS Choleriker.</strong></p><p>Punkt!</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Wer eine Reise tut …]]></title><description><![CDATA[ ... mittlerweile hatte die hübsche junge Dame dem Kindergarten-Cop schon lautstark die Leviten gelesen. Es ginge ums business! Helicopter-Papa hat das Sprechen dann auch eingestellt ...]]></description><link>https://dauzone.com/wer-eine-reise-tut/</link><guid isPermaLink="false">644bf20168c44b2129465b44</guid><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><category><![CDATA[Leben]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Fri, 28 Apr 2023 16:29:55 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/04/Penner.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/04/Penner.png" alt="Wer eine Reise tut …"><p>Wer eine Reise tut …</p><h3 id="06-45h-aufgeschlagen-am-hauptbahnhof-k-ln-">06:45h aufgeschlagen am Hauptbahnhof Köln.</h3><p>Trotz der Uhrzeit schon reges Treiben. Da ich mich hier mittlerweile auskenne, geht mein Weg direkt zu einem Türken, dessen Familie hier einen großen, saubereren, freundlichen und familiären Betrieb führt. Alle genannten Adjektive mit einem dicken SEHR davor!</p><p>€3,40 für einen Cafe´ Crema und einen frischen Bagel mit Creme, Pfeffer und Schnittlauch. Alles koscher. Zwei Stände weiter kostet das Bundle mal eben 3 Euronen mehr. Oder im „backfrisch“ das Gleiche. Nur ohne Begrüßung und ohne Lächeln … warum begreift es die mainbase in diesem business nicht?</p><p>---------</p><h3 id="im-zug-meinen-platz-ergattert-war-nicht-voll-nett-besucht-w-rde-passen-">Im Zug meinen Platz ergattert. War nicht voll. Nett besucht würde passen.</h3><p>Hinter mir eine Gruppe junger Frauen. Vier an der Zahl. Bekleidet wie zum nächsten Gothic-Event und gegen 8h gingen die ersten Feiglinge (für die Ungeübten - Wodka mit süßer Brühe) über den Tisch. Ich versuchte zu arbeiten. Ging aber nicht  😊</p><p>Kurz darauf war ich Teil dieser Gothic-Connection. Es interessierte mich halt. Die … nennen wir es Anführerin … war Ihres Zeichens Sozialarbeiterin. Fährt mit Ihren drei Schützlingen (alle körperlich behindert) mal eben 800km durch die Republik, um in Dresden in irgendeiner Schule bei einer 100, 120, 200 … wtf … Jahrfeier präsent zu sein. RESPEKT. Die Verantwortung würde ich ablehnen. Mit oder ohne Alkohol. Das Gespräch ergab wenig später, dass ich für den Job, bei dem Gehalt, noch nicht einmal aufstehen würde.</p><p>Die Leiterin prostete mir keck zu: <em>„Kann man sich schön saufen – Spaß macht es in jedem Fall, weil es Menschen sind!“</em></p><p>-----</p><p>Mir gegenüber sitzt während der sechs Stunden Fahrt ein junger Mann. Tickert durchgehend stur in sein Laptop. Zwei Handys am Platz. Ab und an nimmt er das eine oder andere an. Mal Sächsisch, mal englisch und auch manchmal richtig hochdeutsch. Fast immer verzieht er nach dem Gespräch das Gesicht. Und tickert dann stoisch weiter.</p><p>Kurz vor Hannover muss ich eine rauchen. Der Zug ist aber direkt. No way. Ich versuche mich kurz im Klo. Ist aber alles andere als ein Genuss. Ich komme zurück an den Platz, ignoriere die Gothic-Damen, die nun schon reichlich angeschickert sind und setzte mich. Der Typ mir gegenüber lächelt mich an: <em>„Gleich sind 20min Aufenthalt in Hannover – wolle rauche?“</em> Ich hab mich fast weggeschmissen  😊</p><h3 id="klar-war-der-junge-itler-">Klar war der Junge ITler.</h3><p>War mir völlig klar. Ich habe ihm mein Beileid bekundet, weil sich ja jeden Tag irgendwas ändert. Weil man ja nie auslernt …. Er sagte nur trocken, bei der zweiten auf heiß gerauchten Zippe: <em>„Egal – learning by doing. Man sich hier schon völlig doof anstellen, um keinen gut bezahlten Job zu bekommen – und auf Sicht zu behalten!“</em></p><p>-------</p><p>Mir gegenüber nehmen, in Hannover, zwei junge Menschen Platz. Also jung von meinem Standpunkt aus. So etwa 35 Jahre +/- zwei Jahre. Beide scheinen sich zu kennen. Er seibelt allerdings ohne Unterlass über Familie, den Stress mit dem neugeborenen Kind, den Staat, den Abfuck der Kita und seiner Frau, die nichts von seinem Sport hält. Er ist 4x die Woche im Dojo --- hat schon einen schwarzen Gurt und Sie macht immer Stress, weil sie das Maul nicht halten kann. Und dann noch die Bank, und die Alimente für die Frau vorher …. Usw., usw, …..</p><p>Sie, groß gewachsen, hübsch … versucht diverse Male, das Gespräch auch das Business zu lenken, zu dem beide recht sicher unterwegs sind. Ihre Augen haben, innerhalb von einer Stunde unablässigen Gemeckers des Kerls, schon Löcher in die Decke des Waggons gebrannt. Ich hab dann zwei Pils bestellt und ihr zugeprostet. Das wars auch schon. Das Lächeln war nicht von dieser Welt!</p><p>------</p><h3 id="ebenfalls-in-hannover-">Ebenfalls in Hannover ...</h3><p>steig ein echter Business-Kerl ein. Hatte den Sitz neben mir. So knapp unter 40. Gehobene Business-Garderobe. Allein die Schuhe kosten mehr, als das Monatsgehalt eines DPD-Zustellers. Hat sein Laptop ausgepackt und Charts ohne Ende hin- und her verschoben. Institut für Marktwirtschaft konnte ich im Augenwinkel erhaschen. Mehrfach sehr laut und wichtig in Deutsch und Englisch telefoniert und zeitgleich sein Laptop bedient. RESPEKT!</p><p>Irgendwann kamen wir durch Köthen. Kein Mensch weiß, warum in diesem armseligen Dorf ein IC anhält. Ich war hier mehrfach mit dem Auto, mit dem Wohnmobil und dem Hund auf Durchreise nach Goslar. In dieser Gemeinde gibt es nichts, was – zumindest im innerstädtischen Bereich – zum Bleiben oder gar Verweilen verleitet. Nur ein !MUSS! kann das bewirken.</p><p>Das gab ich kund. Business-Man kam sofort lautstark aus der Deckung. Der ITler hielt verschmitzt lächelnd die Klappe. Die Gothic-Damen hinter mir warfen nun schon mit Feiglingen. Business-Man skandierte trocken: <em>"ist doch viel Leerstand hier. Kann man richtig Industrie ansiedeln. Ist doch ein Schnapper!“</em></p><p>Die Gothic-Leiterin hinter mir kommt prompt mit ner Stiege Feigling zwischen den Sitzen durch: <em>„Na dann viel Glück. Versuch mal hier Handwerk zu finden, die diese marode Scheisse wieder aufbaut … und Werkstoff dafür hat. Und dann noch Personal. 20km weiter hat Amazon sein Lager …. Alles, was nur halbwegs stehen und denken kann, wird von denen weggefischt!“</em></p><p>Ich hab´s nur gedacht --- besser hätte ich es never rüberbringen können! Business-Man war stille.</p><p>Mittlerweile hatte die hübsche junge Dame dem Kindergarten-Cop schon lautstark die Leviten gelesen. Es ginge ums business! Zwei Feiglinge hatte Sie in Ihrer Ansprache gern genommen. Helicopter-Papa hat das Sprechen dann auch eingestellt.</p><p>------</p><h3 id="leipzig-hauptbahnhof-">Leipzig Hauptbahnhof.</h3><p>Ich bin total unterhopft. Sechs Stunden im Zug. Dehydriert ist schlimm. Unterzuckert nicht minder. Aber unterhopft geht gar nicht!</p><p>#MeinerEiner also auf dem Weg zum Kiosk. Ne Zippe und ne Hülse – mehr braucht es nicht. Unterwegs zum Kiosk haut mich Rene an. Ein Penner vom obersten Board. „Rammstein“ auf meiner Tasche. „Rammstein“ auf meinem Hoodie --- und er findet Rammstein einfach nur geil.</p><p>Ich nehme sein Leergut --- komme ne Minute später wieder aus dem Kiosk und wir rauchen und kippen das Pils zusammen. Rene war/ist auch ITler. Binnen Sekunden erklärt er mir, auf miese Nachfrage meinerseits, den Sinn und Zweck von SQL-Datenbanken und warum das kein Hexenwerk wäre. RESPEKT!</p><p>Rene hat aber einfach keinen Bock mehr. Ist ausgebrannt und hoffnungslos. Böse Scheidung. Ein totes Kind --- wtf ever.  Das kann ein Gespräch mit mir nicht ändern. Ich denke aber an den jungen Mann, der mir im Zug gegenüber saß: “So doof kann man sich gar nicht anstellen …. „</p><p>----</p><h3 id="mal-unter-uns-">Mal unter uns: </h3><p><em>„in a blink of an eye --- in einem kurzen Augenblick, kann sich dein gesamtes Leben ändern. Ob Du willst oder nicht. Boom hat es gemacht …. Immer daran denken!"</em></p><p>Rene ging dann weiter. Zwei leere Tüten, die ich aus dem Kiosk wieder mitgebracht hatte, schlackerten an seinen dünnen Armen. Ich hatte ihm zwei Fünfer in die Hand gedrückt. Er traf einen offensichtlichen „Freund“ und gab ihm einen davon. RESPEKT!</p><p><strong>LEBEN --- ist nur ein Zyklus von Schicksal und Entscheidungen.</strong></p><p>Dirk Carolus</p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[Das Handwerk und der Kölner Nachtbus]]></title><description><![CDATA[30min bis zum nächsten Bus. Kurzerhand haben wir ihn, auf ein Kölsch mitgenommen zum nächsten Büdchen. Es ergab sich ein wirklich interessantes Gespräch mit Marcel. Am Büdchen wie auch hernach im Nachtbus .....]]></description><link>https://dauzone.com/das-handwerk-und-der-kolner-nachtbus/</link><guid isPermaLink="false">64146cee68c44b2129465b13</guid><category><![CDATA[Leben]]></category><category><![CDATA[Online]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Mar 2023 13:41:42 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/03/Metzger.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/03/Metzger.png" alt="Das Handwerk und der Kölner Nachtbus"><p>Gestern Abend sind wir sehr spät aus einer echt grottigen Theatervorstellung gekommen. Einen Bus hatten wir um Sekunden verpasst. Ebenso wie ein junger Mann, der, so wie wir, guckte wie ein angeschossenes Schaf.</p><p>30min bis zum nächsten Bus. Kurzerhand haben wir ihn, auf ein Kölsch (ich Pils!) mitgenommen zum nächsten Büdchen. Es ergab sich ein wirklich interessantes Gespräch mit Marcel. Am Büdchen wie auch hernach im Nachtbus Richtung Wermels-„am Arsch der Heide“-kirchen.</p><p>Marcel hatte, mit 16 Jahren, ein Praktikum in einer kleinen Metzgerei im Ort gemacht. Diese Metzger, die noch wissen, wo Bartels den Most holt. Marcel sagte darüber, so kurz wie auch ehrfürchtig: <strong><em>„Wenn Du nicht angeschissen wurdest, war das ein Lob!“</em></strong></p><p>Noch im Praktikum entschied er, die Schule nach dem Hauptschulabschluss zu beenden und unterschrieb seinen Lehrvertrag. Natürlich hat er seinen Gesellen mit Auszeichnung abgeschlossen. Dann ging er 6 Monate nach Bayern, um dort seinen Meister zu machen. Ist nun gerade einmal 20 Lenze alt und haut seinen Betriebswirt in Abendschule hinterher. Ende 2023 ist der junge Mann mit allem fertig.</p><p>Selten --- und ich bin wirklich viel unterwegs und suche immer das Gespräch --- habe ich einen so strukturierten, eloquenten, zielorientierten und höflichen jungen Mann der Generation Z erlebt. Das ich dies heute loswerden muss, zeigt schon, wie sehr er mich beeindruckt hat. Hier nur einige seiner Antworten auf meine brennenden Fragen:</p><p><strong>Was kommt nun:</strong></p><p><em>„Ich mache den Betriebswirt fertig. Und gehe dann ein Jahr mit einem Freund, auch Metzger, auf die Walz. Was geht in Spanien, Italien. Wie geht Halal wirklich. Und Israel wie auch Türkei werden es mir zeigen …</em></p><p><strong>Bürokratie:</strong></p><p><em>„Die haben doch alle keine Ahnung vom echten Leben. Ich habe in Bayern über zwei Monate von Tütensuppe, Nudeln und Eiern gelebt. Weil die Ukraine dazwischenkam, konnten meine Anträge nicht bearbeitet werden. Ämter sind in Deutschland so dermaßen unlogisch …</em></p><p><strong>Zukunft:</strong></p><p><em>„Wenn das alles durch ist, werde bzw. muss ich mich Selbständig machen. Als Angestellter werde ich hier, in Deutschland, niemals von meiner Rente leben können. Dafür habt Ihr zu viel Scheiße gebaut …</em></p><p><strong>Wie stellst Du dir das vor:</strong></p><p><em>„Social Media ist mein Freund. Der Online-Handel fängt hier grad erst an. Hipp und bunt und Metzger mit Halal und Heissassa … Es gibt so viele Möglichkeiten. Das wird schon!“</em></p><p><strong>Frau, Haus, Kinder:</strong></p><p><em>„Erst einmal das business auf die Schiene. Der Rest kommt dann von allein. Ich sehe auch nicht, dass ich meinen Beruf hier in Deutschland als Unternehmen ausüben werde.“</em></p><p><strong>Gleichaltrige:</strong></p><p><em>„Die blubbern unentwegt über Life-Balance, Wertesystem und FFF. Haben noch nicht einen Tag wirklich malocht und bestehen – im Bewerbungsgespräch – auf eine vier Tage Woche. Die ticken doch alle nicht sauber!“</em></p><p>Ohne Worte!</p><p>Ich war schwer beeindruckt. <strong><em>Es war mir eine Ehre Marcel!</em></strong></p>]]></content:encoded></item><item><title><![CDATA[„The Making Of“]]></title><description><![CDATA[Schreiben ist nicht gleich Schreiben!
Heureka --- es ist geschafft.
Am 09. März 2023 gegen 21 Uhr habe ich den letzten Buchstaben in die Tastatur gehämmert.
Die Gefühlswelt, die nach dem Abspeichern mein Gehirn und auch meinen Körper übernommen hat, lässt sich nicht in Worte fassen.]]></description><link>https://dauzone.com/the-making-of/</link><guid isPermaLink="false">6414690168c44b2129465aee</guid><category><![CDATA[Das Buch]]></category><category><![CDATA[Über mich ...]]></category><dc:creator><![CDATA[Dirk Carolus]]></dc:creator><pubDate>Fri, 17 Mar 2023 13:26:12 GMT</pubDate><media:content url="https://dauzone.com/content/images/2023/03/1.png" medium="image"/><content:encoded><![CDATA[<img src="https://dauzone.com/content/images/2023/03/1.png" alt="„The Making Of“"><p>Schreiben ist nicht gleich Schreiben!</p><p>Heureka --- es ist geschafft.</p><p>Am 09. März 2023 gegen 21 Uhr habe ich den letzten Buchstaben in die Tastatur gehämmert.</p><p>Die Gefühlswelt, die nach dem Abspeichern mein Gehirn und auch meinen Körper übernommen hat, lässt sich nicht in Worte fassen. Von Freudentränen über Schockstarre bis hin zu „Ich umarme jetzt alle hier“ war alles dabei.</p><p>Ein ganz besonderer Whisky, ein 12-jähriger Redbreast, hat mich dann wieder einigermaßen in die Spur gebracht.</p><p>Irgendwie passt es auch, diesen Roman inmitten eines vollbesetzten irischen Pubs mit einem solch edlen Getränk zu beenden. Immerhin ist die Grundidee bei einem edlen Whisky entstanden. 2018 war es. Auf dem Holy Ground von Wacken.</p><p>Fast fünf Jahre später ist mir völlig klar, dass die Arbeit jetzt erst beginnt. Gut 700 Seiten müssen auf ein erträgliches und vor allem stimmiges Maß gebracht werden. Inhalte werden gestrichen, verschoben, verändert oder noch einmal ganz neu konzipiert. Aber hier verlasse ich mich voll und ganz auf meine Komplizin. Die Buchhebamme <a href="https://www.linkedin.com/in/buchhebamme/"><strong>Maria Almana</strong></a></p><p>Dann gibt es noch so Kleinigkeiten (lol) wie Layout, Titelbild, den eigentlichen Titel und die Autorenseite, Klappentexte, Druck und Vertrieb, Marketing und Logistik ... aber das sind dann Themen, bei denen ich zumindest eine Ahnung habe.</p><p>Überwiegend ist das Gefühl da, ein Kind zur Welt gebracht zu haben. Und das erste ist ja bekanntlich immer das schwerste. Nicht, dass ich das wüsste. Aber ich stelle es mir so vor.</p><p>Die reine Arbeitszeit für diesen Erguss aus 40 Jahren Achterbahnfahrt beläuft sich übrigens mittlerweile auf rund 1.200 Arbeitsstunden, wie ich gestern Abend - im Brausebrand - mal locker überschlagen habe.</p><p>Ob der Roman tatsächlich gelesen und damit verkauft wird, ist mir - mit Verlaub - eigentlich völlig egal. Mir war und ist es einfach wichtig, in dem mir gegebenen kurzen Lebenszyklus auf dieser Welt noch einmal etwas ERLEDIGT zu haben, was mir wichtig war.</p><p>Also: Prost! Und vielen Dank an alle, die fünf lange Jahre an mich geglaubt haben.</p><p>PS:</p><p>Gestern Abend im Schneetreiben von Leipzig habe ich noch eine junge Frau gesehen. Sie saß in einem dieser beleuchteten Keimzellen, die an Bushaltestellen stehen. Das Licht flackerte unregelmäßig. Auf der anderen Straßenseite fuhr in diesem Moment ein lilafarbener Leichenwagen mit einem grauen Kreuz auf dem Dach vorbei. Irgendwo hinter mir klapperte ein Gullydeckel in der Dunkelheit, und jemand kickte ununterbrochen eine leere Getränkedose vor sich her ... Jeder Augenblick enthält Geschichten</p><!--kg-card-begin: image--><figure class="kg-card kg-image-card"><img src="file:///C:/Users/DIRKCA~1/AppData/Local/Temp/msohtmlclip1/01/clip_image001.png" class="kg-image" alt="„The Making Of“"></figure><!--kg-card-end: image--><p>*************</p><p>Arbeitstitel: Asche zu Asche</p><p>Website: <a href="https://asche-zu-asche.com/">https://asche-zu-asche.com/</a></p><p>Untertitel: Niemand wird böse geboren</p><p><a href="https://www.facebook.com/hashtag/aschezuasche?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZXjPwsNsEBnUBgR20MrfP_7yFoymwjXnwaA6kBQRXUiF9O7iEF_CCg9_FxKYtaRWwoXLSSP7KxTHBCEYZ3yQGgvdVpyXBhFeRu1ZD4Gz9CDdTcQp8PtLH_hauv_xHcxX8BiNylOCTBaDlKlz_3-1ZCowMhb8YYEHf5DhJ4UiStZxB3JSpjbUFWAgtK5vHFFlz4&amp;__tn__=*NK-R">#aschezuasche</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/schreiben?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZXjPwsNsEBnUBgR20MrfP_7yFoymwjXnwaA6kBQRXUiF9O7iEF_CCg9_FxKYtaRWwoXLSSP7KxTHBCEYZ3yQGgvdVpyXBhFeRu1ZD4Gz9CDdTcQp8PtLH_hauv_xHcxX8BiNylOCTBaDlKlz_3-1ZCowMhb8YYEHf5DhJ4UiStZxB3JSpjbUFWAgtK5vHFFlz4&amp;__tn__=*NK-R">#schreiben</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/einbuchverfassen?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZXjPwsNsEBnUBgR20MrfP_7yFoymwjXnwaA6kBQRXUiF9O7iEF_CCg9_FxKYtaRWwoXLSSP7KxTHBCEYZ3yQGgvdVpyXBhFeRu1ZD4Gz9CDdTcQp8PtLH_hauv_xHcxX8BiNylOCTBaDlKlz_3-1ZCowMhb8YYEHf5DhJ4UiStZxB3JSpjbUFWAgtK5vHFFlz4&amp;__tn__=*NK-R">#einbuchverfassen</a> <a href="https://www.facebook.com/hashtag/lebenslangeslernen?__eep__=6&amp;__cft__%5b0%5d=AZXjPwsNsEBnUBgR20MrfP_7yFoymwjXnwaA6kBQRXUiF9O7iEF_CCg9_FxKYtaRWwoXLSSP7KxTHBCEYZ3yQGgvdVpyXBhFeRu1ZD4Gz9CDdTcQp8PtLH_hauv_xHcxX8BiNylOCTBaDlKlz_3-1ZCowMhb8YYEHf5DhJ4UiStZxB3JSpjbUFWAgtK5vHFFlz4&amp;__tn__=*NK-R">#lebenslangeslernen</a> #hamburg #hamburg-life #meinhamburg</p>]]></content:encoded></item></channel></rss>